Die elektronische Musikszene wird oft als Teil Schwarzer und queeren Communities sowie als Widerstand gegen gesellschaftliche Ausgrenzung betrachtet. Doch die Realität sieht anders aus. Obwohl die Szene theoretisch als diversitätsorientiert angesehen wird, berichten FLINT/N-A-Künstler:innen von mangelnder Anerkennung und fehlender Sichtbarkeit. Die Herausforderungen, die sie im Alltag erleben, zeigen, dass die Inklusivität in der Szene noch lange nicht erreicht ist.
Die Struktur der Macht bleibt unverändert
All-Male-Line-ups sind weiterhin verbreitet und wirtschaftlich funktionieren. Dies spiegelt sich in der Struktur der Buchung und der Veranstaltungsplanung wider. FLINTA*-Booker:innen berichten von fehlendem Respekt und herablassender Kommunikation, was die Situation für viele Künstler:innen erschwert. Die Machtverhältnisse in der Szene bleiben oft unberührt, obwohl die Diskussion um Diversität und Gerechtigkeit immer stärker wird.
Was fehlt an Eigeninitiative?
Es fehlt an Eigeninitiative in kleineren Szenen, sich mit lokalen Kollektiven und Künstler:innen auseinanderzusetzen. Diversität wird oft als nachträglicher Gedanke oder Mittel zur Imagepflege angesehen, anstatt als grundlegende Prämisse der Arbeit. Veranstalter und Booker:innen werden gefragt, ihre Privilegien und Netzwerke zu hinterfragen, um die Strukturen der Ausgrenzung zu durchbrechen.
Die Notwendigkeit von Anerkennung
FLINTA*-Künstler:innen benötigen nicht nur Sichtbarkeit, sondern auch Anerkennung und gleichberechtigten Zugang. Die Diskussion um die Inklusivität der elektronischen Musikszene ist nicht nur ein theoretisches Thema, sondern ein praktisches Problem, das die gesamte Szene betrifft. Die Drum & Bass FLINTA* Artist Association ist ein Beispiel dafür, wie sich Künstler:innen selbst organisieren, um ihre Stimme zu vergrößern und ihre Perspektiven sichtbar zu machen.
Quelle
- FAZEmag
- Originalautor: Anil Mustafa
- Originaldatum: 2026-10-24 09:00:12

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